Meditieren als Hobby

Meditieren als Hobby: Bring Ruhe in deinen Alltag

Noch vor einigen Jahren war Meditation bzw. Meditieren eine Randerscheinung. Nur wenige Menschen in Deutschland können sich unter der fernöstlichen Philosophie etwas vorstellen. Mit Aufkommen einer höheren psychischen und verringerten körperlicher Belastung im Alltag beginnen nun viele Menschen umzudenken. In Konzernen wie Google und Nike wird regelmäßig meditiert, Krankenkassen bieten Achtsamkeitskurse an und Meditations-Apps erobern zunehmend die Smartphones. Nur, was genau versteht man unter dem Begriff und wie lässt es sich als Hobby umsetzen? Welche philosophischen Hintergründe und Techniken gibt es beim meditieren zu beachten? Und welches Ziel hat meditieren eigentlich? Die Antworten darauf findest du in diesem Artikel.

Was genau ist Meditieren?

Der lateinische Ursprung des Begriffs Meditation/Meditieren kommt von miditari und meditatio und heißt so viel wie „nachdenken“ oder „nachsinnen“. Im buddhistischen Sinne ist diese Übersetzung nicht zu gebrauchen. Die buddhistische Form der Meditation geht auf Bewusstseinszustände von Lebewesen ein, die sich von der Semantik des Begriffs lösen.

Der Begriff bhavana, der in der indischen Sprache mit Meditation übersetzt wird, bedeutet „kultivieren“ oder „hervorbringen“. Das kommt der Intension des Begriffs schon deutlich näher. Die Meditation möchte als Möglichkeit verstanden werden, heilsame mentale Gewohnheiten des Wahrnehmens und Erlebens zu kultivieren. Diese sind den Tibetern zufolge bereits im Menschen verankert und können durch äußere Elemente ergänzt werden. Konkret sollen meditative Übungen dazu dienen, die Perspektive darauf zu lenken, wie wir leben und nicht so sehr, was wir erleben.

Je nach Kulturkreis wird das Meditieren unterschiedlich interpretiert. Während im buddhistisch-tibetischen Kreis geistige Gewohnheiten und die Sichtweise der Buddha-Natur im Vordergrund stehen, werden in der buddhistisch-hinduistischen Tradition der Zustand der geistigen Vertiefung bzw. im Chan-Buddhismus (chinesisch-buddhistische) Meditationszustände buddhistischer Traditionen vertieft.

Vorteile der Meditation

Die Kernessenzen der Meditation können auf die Begriffe Stabilität, Klarheit und Frieden vereinfacht werden.

Stabilität und Konzentration sind Tugenden deines Geistes. Im Alltag verlieren wir uns zu gern in der Illusion, als seien wir Multitasking-Maschinen, die die gesamte Welt gleichzeitig lenken könnten. Nach einer Weile merken wir, dass wir es nicht nur nicht können, sondern es uns enorm stressen kann. Die Fokussierung auf eine Tätigkeit dagegen scheint dir nach einer Weile leichter zu fallen und du gelangst schließlich in den Flow-Zustand: Du bist voll fokussiert und gleichzeitig entspannt. Ein Glückszustand, der mit meditieren trainiert wird. Darüber hinaus wirst du aufmerksamer, machst deine Mitmenschen weniger zu Objekten deiner Bewertungen und zeigst mehr Mitgefühl. Die gesteigerte Konzentration äußerst sich auch beim Liebesspiel. Deine Gedanken driften nicht mehr so schnell ab, du bist ganz im Moment.

Innere Klarheit wird durch Konzentration getriggert. Du nimmst deine Emotionen, Gedanken und Erfahrungen differenzierter wahr. Dadurch werden deine Sinne geschärft und du wirst zielstrebiger.

Frieden ist ein zentrales Element beim Meditieren. Gesellschaft, Erwartungen, Glaubenssätze, Stress und Ängste treiben viele von uns an, einen inneren Kampf zu führen, um schlussendlich als Sieger hervorzugehen. Leider erkennen viele von uns erst spät, dass aus diesem Kampf kein Frieden erwachsen kann. Klarheit und Frieden entstehen aus dem Prozess der Annahme einer Situation und schließlich einer stabilen Entscheidungsfindung.

Meditieren bedeutet, dich auf eine inspirierende Art dabei zu unterstützen, ein glückliches und friedvolles Leben zu führen.

Meditieren als Hobby

Arten und Techniken des Meditierens

Die grundlegende buddhistische Meditationsform ist samatha (Pali) das ruhige Verweilen. Es ist die Meditation der Geistesruhe, die eng mit der Achtsamkeitsmeditation verbunden ist. Die Meditationsart des ruhigen Verweilens hat zum Ziel, deine geistige Ausgeglichenheit und Konzentration zu fördern. Sie kann je nach Kontext unterschiedlich eingesetzt werden.

Ruhiges Verweilen

1.) Aufmerksamkeit auf ein Objekt richten (z. B. Gegenstand, Empfindung)
2.) Ablenkung des Geistes zulassen
3.) Abschweifung erkennen
4.) Loslösen von der Ablenkung
5.) Aufmerksamkeit auf das Ursprungsobjekt richten

Bei der Technik des ruhigen Verweilens solltest du zwei Punkte berücksichtigen:

  • Richte deine Konzentration voll und ganz auf das ausgewählte Objekt. In der Kognitionspsychologie wird diese Wahrnehmung selektive Aufmerksamkeit genannt.
  • Steigere deine Fokussierung durch die spielerische Attraktivität und Intensität des Objekts.

Gehmeditation

Diese Achtsamkeitsmeditation in Bewegung kann in verschiedenen Geschwindigkeiten geschehen. Eine langsame Bewegungsgeschwindigkeit wird als konzentrationsförderlich angesehen, um den Moment bewusst zu erleben. Gehe also für ein paar Minuten mal bewusst durch einen Raum.

Mitgefühl

Mitgefühl wird in der Meditationspraxis durch die vier Unermesslichen repräsentiert:

  • Unermessliche Liebe: Wunsch, dass andere Lebewesen Glück erfahren können.
  • Unermessliches Mitgefühl: Wunsch, dass andere Lebewesen kein Schmerz oder Leid erfahren.
  • Unermessliche Mitfreude: Freude daran, dass andere Lebewesen Glück und Erfüllung finden können.
  • Unermesslicher Gleichmut: Eine ausgeglichene Geisteshaltung ermöglicht die Wertschätzung aller Lebewesen nach der Buddha-Natur.

Mitgefühl ist die freie Übersetzung von Bodhicitta (Sanskrit). Sie wird auch als „erleuchtende Geisteshaltung“ beschrieben. Das Ziel der Bodhicitta ist die Verbundenheit mit allen Lebewesen und weniger der persönlichen Verwirklichung.


Weitere beliebte Hobbys:


Liebende Güte

Diese Meditationstechnik soll ein tiefes Gefühl der Liebe und Mitgefühl erzeugen und ausdehnen. Bei dieser Übung werden Wünsche für das Wohlergehen anderer Menschen bzw. Lebewesen geäußert:

Beispiele:

„Möge X glücklich und zufrieden sein.“
Möge Y gesund sein.“
„Möge Z sicher sein.“

Vertrauen meditieren

Vertrauen gehört in der Natur des Buddha zum tiefgründigen Zugang beim Meditieren. Dabei werden deine geistigen Qualitäten als Spiegelbild der Buddha-Formen betrachtet, indem du beispielsweise als Meditierender dir in der Buddha-Form die Weisheit und Liebe vorstellst und erkennst, dass sie in allem schlummert und jederzeit erweckt werden kann. Neben den Buddha-Formen als Spiegel wird die Vertrauensdimension in anderen Meditationstechniken in den Eigenschaften eines buddhistischen Lehrers abgebildet.

Meditation auf den Lehrer

Diese Meditationstechnik wird im Sanskrit als Guru Yoga bezeichnet. Die Eigenschaften der Lehrer/innen sollen erkannt und Vertrauen in ihre Qualitäten entwickeln. Versuche dich also in die Weisheiten deines Lehrmeisters hineinzuversetzen.

Tiefe Einsicht

Tiefe Einsicht (Tibetisch: lhag thong) oder Einsichtsmeditation. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, wird sie in buddhistischen Traditionen unterschiedlich interpretiert. Allerdings orientieren sich alle Interpretationen an der Natur des Buddha. Tiefe Einsicht wird sowohl als Meditationsübung als auch geistigen Zustand eines Meditationsweges verstanden.

Body Sweeping

Beim Body Sweeping wird die Aufmerksamkeit systematisch durch den Körper geführt, so dass ein spirituelles Ziel erreicht wird. Alle Körperempfindungen sollen bewusst wahrgenommen werden. Das Erlebnis des Zusammenspiels/Veränderung von Körper und Geist löst als Weg einen Einsichtprozess aus. Probier es doch einmal aus!

Equipment beim Meditieren

Wenn du meditieren lernen möchtest, ist im Grunde keinerlei Equipment notwendig. Nun hast du aber erfahren, dass du zum meditieren eine ruhige und entspannte Umgebung benötigst. Dafür solltest du z. B. einen ruhigen Ort in der Wohnung aufsuchen, ein Meditationskissen* bereithalten und evtl. eine oder mehrere Kerzen anzünden.

Um die Meditation angenehmer zu gestalten empfiehlt sich das folgende Equipment.

Meditationskissen*

Meditationsmatte*

Duftkerzen Set*

Meditationsbank*

Tipp: Wenn du mit anderen Personen zusammenlebst, solltest du diese Personen darauf hinweisen, dass du zu einer bestimmten Uhrzeit nicht gestört werden möchtest.


Test: Welches Hobby passt zu mir?

Welches Hobby passt zu mir?

Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen Hobby? Unser „Welches Hobby passt zu mir?“ Test kann dir auf der Suche weiterhelfen.

In unserer detaillierten A-Z Hobby Liste findest du jede Menge verschiedene Hobbys mit Erklärungen.


Meditieren: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Meditieren lernen heißt, sich seiner Wahrnehmung und Gewohnheiten bewusst zu werden.
  • Grundprinzipien des Meditierens sind ruhiges Verweilen, Mitgefühl, Vertrauen und tiefe Einsicht
  • Meditieren trainiert deinen Geist in Stabilität, Klarheit und Frieden für ein glückliches Leben.
  • Equipment: ruhiger Ort (evtl. Meditationskissen, Meditationsmatte und Kerzen)

Meditieren – Fazit

Meditieren lernen heißt, sich auf einen spirituellen Weg einzulassen, der geistige Gewohnheiten aufbauen und stärken kann. Meditation kann dich auf eine inspirierende Art dabei unterstützen, ein glückliches und friedvolles Leben zu führen.


Quellen

Beer P. (2021): Meditation. Arkana Verlag. München
Malinowski P. (2019): Vielfalt Meditation. Springer Fachmedien GmbH. Wiesbaden

https://www.spiegel.de/panorama/wie-gut-tut-meditieren-wirklich
https://changenow.de/meditation-lernen/


Finde weitere beliebte Hobbys